Wir dokumentieren hier gekürzt aus der Betriebszeitung von Festo-KollegInnen für Festo-KollegInnen „DRUCKLUFT“ 3-2026 vom 28.06.26:
Kampf um JEDEN Arbeitsplatz!
Festo will nach wie vor 1300 Arbeitsplätze vernichten. Am 21.5. war die offene Mitgliederversammlung der IG Metall: Kämpferische Stimmung mit ca. 800 Beteiligten online und vor Ort. Vom „Kampf um jeden Arbeitsplatz“ war dann allerdings keine Rede mehr. Stattdessen sollten nur „betriebsbedingte Entlassungen“ vermieden werden.
Unsere Jugend, die dringend Arbeitsplätze braucht, interessiert es wenig, mit welcher Begründung ihr die Zukunft genommen werden soll. Jeder wegfallende Industriearbeitsplatz fehlt erst einmal unwiderruflich! Wir als Arbeiter und Angestellte müssen solidarisch als Klasse denken und nicht „Hauptsache, ich komme persönlich gut raus“.
… Die Betriebsvereinbarung „Freiwilligenprogramm“ ist in Wahrheit organisiertes Mobbing – vom Betriebsrat abgesegnet! Seit Wochen sickert durch, dass Vorgesetzte KollegInnen auf Listen schreiben, die angeblich „Schwachleister“ oder „Lowperformer“ sind. Denen wird nun die Pistole auf die Brust gesetzt: Entweder unterschreiben oder auf Kündigung ohne Abfindung warten. Die großartig angekündigten „fairen Lösungen“ mit Abfindungen entpuppen sich als minimale Aufbesserung der bei Festo immer schon geizigen Berechnungsformeln. Die lächerliche „Beschäftigungsgesellschaft“ will uns nach 12 Monaten ins Arbeitslosenheer einreihen.
Wir lassen uns nicht erpressen!
Nach 6 Wochen Verwirrungskampagne nun „Angebote“, die reine Erpressung sind. Das ist Festo 2026! Dem Geschwätz: „Betroffen ist vor allem der indirekte Bereich“ folgt nun das Geschwätz: „Stammbelegschaft sichern“. Reine Spaltungspropaganda!
Solidarität und gemeinsamer Kampf für den Erhalt der Arbeitsplätze soll verhindert werden. Dazu das ganze Theater!
… 2007 sollte das Tigerventil von Berkheim nach China verlagert werden und die Gummi-Kunststoff-Fertigung von Rohrbach nach Frankreich. In beiden Standorten legten einige Hundert KollegInnen dagegen die Arbeit nieder. Die Rohrbacher kamen mit IG Metall-Bussen zur Kundgebung nach Berkheim. Mit diesem Kampf haben wir diese Verlagerungen für lange Jahre verhindert. Niemand wurde arbeitslos. Das ist doch auch 2026 möglich!
Wir müssen uns organisieren in unserer Gewerkschaft – der IG Metall. Das ist der erste Schritt zum Kampf und dafür wird jede/r gebraucht! Unterschreibt keine Erpresserpapiere!