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FESTO halbiert die Zahl der Ausbildungsplätze in Deutschland!

Festo halbiert Ausbildungsplätze

Während es in Esslingen 2019 noch 78 Azubis waren, will der Konzern 2022 hier nur noch 36 einstellen. Letztes Jahr waren es noch 50. Auch im Werk Rohrbach soll von 34 auf 17 gekürzt werden.

Das wäre bei 7600 Beschäftigten in Deutschland nur noch eine lächerliche Ausbildungsquote von 0,7%!  Für diese paar Azubis gibt Festo dann gnädigerweise eine Übernahmegarantie.

Wer dann – wie 6 Richtige im Lotto – das Glück hat, bei Festo unterzukommen soll sich wohl als ausgewählter Elite-Azubi fühlen – in tiefer Dankbarkeit für das Unternehmen.

Entgegen dem Abbau in Deutschland werden die Ausbildungsstellen in den Werken in China und Bulgarien etwas aufgestockt. Dabei sollten wir nicht in die Falle gehen und auf ein nationalistisches „Standort-Denken“ hereinfallen. Nach dem Motto: Statt im Ausland lieber hier in Deutschland ausbilden. Denn wir sind doch international eine Belegschaft!

Super, dass die IG Metall dagegen aktiv wird. Es ist jedoch vergebliche Liebesmühe, wenn der Betriebsrat den Festo-Vorstand davon überzeugen will, die Arbeiter doch nicht als Kostenfaktor anzusehen. Da kann man auch einen Hai bitten, doch bitte keine anderen Fische zu fressen. Schon Karl Marx hatte analysiert, dass der Kapitalist seinen Profit auch durch Verringerung des Anteils der „unproduktiven“ Kosten am Gesamt-Kapital erhöhen muss. Es sind in erster Linie grundlegende ökonomische Gesetzmäßigkeiten nach denen sich die kapitalistische Unternehmenspolitik richtet und nicht der zufällige gute oder böse Wille der Konzernchefs.

Seit den 70er-Jahren gibt es die bürgerliche Strömung des „Neopragmatismus“. Sie behauptet, man könne die Gesetzmäßigkeiten und Gesamtzusammenhänge in der Welt nicht erkennen. Damit würde die Arbeiterklasse in Theorie und Praxis entwaffnet. Wer sich damit näher befassen will, dem empfehlen wir das Buch „Die Krise der bürgerlichen Idelogie und des Opportunismus!“ Dazu bietet die MLPD auch Lesegruppen an.

Man kann auf die Konzernleitung wie auf einen lahmen Gaul einreden, aber helfen kann nur der Kampf der Belegschaft. Auch mit Blick über den Betrieb hinaus. Nach Schließung der Produktion von Eberspächer zum Jahresbeginn ist die Halbierung der Ausbildungsplätze bei Festo ein weiterer jugendfeindlicher Einschnitt im Kreis Esslingen.

Der solidarische Grundgedanke der Arbeiterbewegung bedeutet doch: Auch die älteren Kolleginnen und Kollegen müssen gemeinsam mit der Jugend für Ausbildungs- und Arbeitsplätze kämpfen. Dazu müssen wir auch offensive Forderungen aufstellen:

Die MLPD schlägt vor:

Keine Kürzung der Ausbildungsstellen bei Festo!
Für eine Ausbildungsquote von 10% in der Großindustrie!

Und wir müssen uns Gedanken über den Kapitalismus hinaus machen:
Welche Zukunft bietet uns ein System, wo die Jugend als Kostenfaktor behandelt wird, statt alle ihre Talente, ihre Initiative und ihren Lernwillen zu fördern?

 

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